„Almenland Miemingerberg“ – ist der Titel einer Erzählreihe über die Landwirtschaft und ihre Menschen in und um Mieming in Tirol. Mir begegnen Menschen, die am Miemingerberg leben und arbeiten.
Almhirt Martin Reich wurde gefeiert. Zu seinem 37. Geburtstag kamen Gratulanten aus Mieming, von den Nachbaralmen und aus seinem Heimatort Längenfeld am Freitagabend auf die Hochfeldern Alm ins Gaistal.
„Hier fehlen noch ein paar Bilder“, stellte die damals 93-jährige Scharmer Anna bei ihrem Besuch auf der umgebauten Hochfeldern Alm fest. So angesprochen, sagte Almhirt und Hüttenwirt Martin Reich aufmunternd, „darüber würden wir uns sehr freuen“.
Wer konnte, kam. Auf dem Fußweg, mit dem Rad oder dem Bergtaxi. Gefühlt machte sich ganz Mieming auf den Weg. Mit 1800 Metern ist die Hochfeldern Alm das höchst gelegene Anwesen der Gemeinde Mieming.
Die Feldernalm im Gaistal ist seit Jahrhunderten Almweide der Obermieminger Bauern. Die Feldernalm wurde 1964 in Hochfeldern errichtet. Der laufende Betrieb der Alm kann nur durch hohe Eigenleistung der Alm-Mitglieder aufrecht erhalten bleiben.
Das Team auf der Hochfeldern Alm gibt sich entspannt. Niemand lässt sich anmerken, dass die Spannung steigt. Obwohl ihre Almhütte einen Tag lang im Gaistal und weit darüber hinaus in aller Munde sein wird. Ich war 24 Stunden Teil des Hüttenteams.
Die vor rund 60 Jahren gebaute Feldernalm-Kapelle wurde verlegt. Ein Zeitzeuge aus dem Bau-Team der 1960er Jahre kann es kaum fassen. „Dass die beim Anheben nicht völlig auseinanderbrach, gleicht einem Wunder!“
Treffunkt Gaistal. Man begegnet sich. Jager, Imker, Handwerker, Almgeher. Halb Mieming scheint sich an diesem Samstag hier verabredet zu haben. Die meisten kommen zum Arbeiten.
Auf dem Anwesen der Gemeinde Mieming »Obermieming 230 a« wird seit rund 50 Jahren wieder gebaut. 1753 Meter über Seehöhe. Die geschätzte Kranhöhe ist somit ca. 1800 Meter. Den Kran der Bauunternehmung sieht man schon von weitem.
Der Almabtrieb am 13. September von der Feldereralpe nach Obermieming war eine starke Hirtenleistung. Pia und Norbert Kluckner verabschieden sich nach 25 erfolgreichen Jahren von der Hochfeldernalm.
Die Hälfte des Almsommers ist bald schon vorüber. Auf der Hochfeldernalm wird Mitte bis Ende Juli ein Teil des Viehs, überwiegend Jungkalbinnen, in das Felderer Tal getrieben, um dort die Almflächen zu beweiden.
Wenn ich am Morgen die Augen aufmache, ist es halb fünf“, sagt der Almhirt. „Und wenn ich dann noch in der Ferne Kuhglocken höre, weiß ich warum ich hier bin.“ Pia und Norbert Kluckner sind seit über zwei Jahrzehnten die Almleute der Hochfeldernalm.
„Wenn du hier aufgewachsen bist, schlägt dein Herzl schneller als unten”, sagt Andreas Grabner vom Steirerhof. Morgens um sechs auf der Hochfeldernalm. Langsam erwacht der Tag. Der Hahn kräht und die Hirten werden mit der Ziachorgel zum Frühstück gerufen.
Meine Beziehung zu Menschen und Bergen ist von genetisch bedingter Neugier geprägt. Bis zu meiner "Almentaufe" am Miemingerberg mussten allerdings noch ein paar Jahre vergehen.