Die Gedenktafeln der Gefallenen oder vermissten Soldaten zweier Weltkriege an den Aufgängen zur Wallfahrtskirche St. Anton in Partenkirchen stimmen nachdenklich. Jede Tafel steht für ein verlorenes Menschenleben, ist ein Symbol für die Sinnlosigkeit des Krieges.
Die Tafeln befinden sich direkt im überdachten Eingangsbereich der Wallfahrtskirche und am Fußweg, der den Berg hinauf zum Kloster führt.
265 Tafeln an der Wallfahrtskirche Wallfahrtskirche St. Anton erinnern an Menschen, deren Leben in einem der beiden Weltkriege beendet oder dauerhaft geprägt wurde. Die Vielzahl der Namen macht sichtbar, welchen menschlichen Preis Kriege fordern.
Die Erfahrung der beiden Weltkriege hat bei vielen die Überzeugung gestärkt, dass Krieg in aller Regel Leid, Zerstörung und Verlust hervorbringt, die in keinem Verhältnis zu den erhofften politischen Zielen stehen. Viele Soldaten kommen traumatisiert zurück, Menschen, die am ersten oder zweiten Weltkrieg teilgenommen haben, kannten diesen Begriff noch nicht – sind jedoch häufig auch von starken seelischen Verletzungen belastet.
Diejenigen, die den Krieg in den heimatlichen Dörfern überlebt haben, sind vom Verlust der Gefallenen oder von der Sorge um die Vermissten gequält worden. So wurden in vielen Kirchen Gedenktafeln aufgehängt, die mit der Anerkennung der Opfer die Trauer erleichtern halfen und den Überlebenden zeigen sollten, dass das Sterben an der Front nicht gänzlich unbeachtet und nicht ohne Sinn war.
Mit Blick auf die aktuellen Kriege und bewaffneten Konflikte weltweit bleibt die Mahnung solcher Gedenktafeln hochaktuell: Hinter jeder Meldung über Gefallene, Vermisste oder Flüchtlinge stehen einzelne Schicksale, Familien und zerstörte Lebenswege.
Die Gedenktafeln von St. Anton stellen keine einfache politische Aussage auf, aber sie laden dazu ein, bei jedem aktuellen Krieg zu fragen, ob die Ursachen, Ziele und Folgen das menschliche Leid rechtfertigen können. Gerade diese nachdenkliche Frage macht ihren bleibenden Wert aus.
Beim Fotografieren der Tafeln, kommt man mit Menschen ins Gespräch. In allen Gesprächen steht die Sinnlosigkeit von Kriegen im Vordergrund. Eine ältere Frau erzählt mir, wann immer es sich einrichten ließe, käme sie mit dem Bus hier hin. Zur Familie hätte sie keinen Kontakt mehr, aber das Elternhaus gäbe es noch. Unweit von St. Anton.
Die Kirche wurde 1704 von wohlhabenden Bürgern aus Dankbarkeit gestiftet, da Partenkirchen im Spanischen Erbfolgekrieg von Plünderungen verschont blieb.

An die Wallfahrtskirche St. Anton ist seit 1935 ein Franziskanerkloster angeschlossen. Die Kirche ist dem heiligen Antonius von Padua geweiht.
Weblink: Wallfahrtskirche St. Anton Partenkirchen, Erzdiözese München und Freising
„Gefallen für Gott und Vaterland“ – Denkmäler für den Frieden (Fotos: Knut Kuckel)
