Journalistische Glaubwürdigkeit ist ein hohes Gut

(Foto: Adobe Stock)
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Eine gespaltene, aufgehetzte Öffentlichkeit, die nur das geboten bekommt, was ihr ohnehin schon glaubt, ein unglaublich ertragreiche Quelle ist. Für Geld. Mit Blick auf die USA ist – wenn sich dieser Gedanke, wie vieler Blödsinn aus den USA, den wir kopieren breit macht, die Demokratie in Gefahr. Aber so weit sind wir noch nicht.

Wir sind relativ gut gefestigt, nur wird es höchste Zeit, gute Ideen umzusetzen.
(Claus Kleber, Forum Gemeinnütziger Journalismus)

Prof. Dr. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Hamburg: „Wir brauchen kritischen, vielfältigen und sorgfältigen Journalismus für unseren funktionierenden demokratischen Staat. Die fundamentalen Umbrüche der Medienlandschaft und die verschlechterten Arbeitsbedingungen vieler Journalistinnen und Journalisten haben uns aufgerüttelt. Wir wollen dazu beitragen, Meinungsvielfalt zu erhalten.“

Journalistische Glaubwürdigkeit

Journalisten werden von der Gesellschaft gebraucht, weil sie Transparenz herstellen, weil sie Hintergründe beleuchten, Missstände aufdecken, Zustände möglichst objektiv in ihren Widersprüchen aufdecken, Menschen in ihrer komplexen Persönlichkeit vorstellen und, nicht zuletzt, auf der Grundlage von recherchierten Fakten und veröffentlichten Statements die richtigen Fragen stellen.

Ihre Aufgabe ist es nicht, Politikern von Nutzen zu sein. Übrigens auch nicht Konzernvorständen, Fußballvereinsvorsitzenden, Museumsdirektoren oder Theaterintendanten.

Grundsätze

Immer mit gutem Gewissen in den Spiegel gucken können.

„Geh bloß nicht zum Fernsehen“, haben sie beim Radio gesagt, „Denen geht’s nur ums Bild, weniger um Inhalte!“ Worte, die eine logische Folge hatten: Sie ging zum Fernsehen und stellte fest, egal ob mit oder ohne Bild, genau zuhören muss man.

Ein Mikro. Das war alles, was zwischen Kathrin und ihren Interviewpartnern stand – früher, beim Radio.

Übertreiben und verdrehen

Journalisten haben keinen guten Ruf. Im Ansehen rangieren sie noch unter Politikern und Gewerkschaftern. Der Boulevard-Journalismus prägt das Bild des Journalisten.

Es gibt Journalisten, die ihrem schlechten Ruf gerecht werden und solchen, die ihn nicht verdient haben!

Nah dran, immer aktuell, gut informiert – und das möglichst objektiv. So wollen sie sein, die Journalisten. So sind sie aber nicht. Das zumindest behaupten viele Leser und Zuschauer. Umfrage: „Die sind zu aufdringlich und erzählen Geschichten, die gar nicht wahr sind.“ „Sie repräsentieren überwiegend die Meinung der Mächtigen.“ „Sie müssen sich verkaufen. Und das ist für mich nicht das, was, sag ich, von einem Journalisten erwarte.“

Nicht jeder, der lesen und schreiben kann, ist für den Journalismus geeignet. Journalismus ist ein sehr anspruchsvoller Beruf.

Prof. Hans Mathias Kepplinger: „Wenn Journalisten Journalisten kritisieren, dann machen die Journalisten natürlich die Bevölkerung auf Fehler im Journalismus aufmerksam. Und das schlägt sich, auch wenn die Absicht der Kritik sinnvoll und vernünftig ist, negativ auf das Image der Journalisten nieder.“

Journalistische Glaubwürdigkeit ist ein hohes Gut. Journalisten werden von der Gesellschaft gebraucht. Sie sollten immer mit gutem Gewissen in den Spiegel schauen können.