Lokaljournalismus – Aufgaben und Chancen

(Foto: Knut Kuckel)
(Foto: Knut Kuckel)

Die Medien sind schuld, wenn die Politik versagt und das Leben teurer wird. Viele beschweren sich, die keine klassischen Medien mehr konsumieren. Denn die sind zu teuer, berichten nur noch über „die da oben“ und zu wenig aus dem lokalen Umfeld.

Medienkonsumenten schätzen dagegen die Vielfalt unserer Medienlandschaft. Sie mögen ihre Journalisten aus dem nachbarschaftlichen Umfeld, weil sie „nah am Menschen“ sind, vertrauenswürdig, zuverlässig, früh aufstehen für die „Geschichten von zuhause“.

Brauchen wir noch Journalistinnen/Journalisten oder reicht es, dass pensionierte Lehrer über die Nachrichten aus dem Ort im Gemeindeblatt berichten?

Die Lokalzeitung hat ein breites Publikum – das ist eine Herausforderung an Journalistinnen und Journalisten, die sich ein „Herz fürs Lokale“ bewahrt haben.

Zeitungsverlage klagen seit Jahren über sinkende Auflagezahlen. Damit begründen sie den Personalabbau in ihren Redaktionen, dadurch verkümmern die Inhalte und die Werbekunden bleiben weg.

Die meisten tun zu wenig, um diesen Abwärtstrend zu stoppen. Wer Pressemitteilungen der Kommunen, Parteiverlautbarungen und Polizeimeldungen unverändert abdruckt und den überregionalen Teil aus dem großen Verlagshaus kopiert, muss sich nicht fragen, warum es wirtschaftlich nicht mehr zufriedenstellend läuft.

Ohne kritische Medien vor Ort gibt es keine kritische Öffentlichkeit und ohne sie keine demokratische Politik.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie können wir den Lokaljournalismus noch retten?

Stellen wir uns redaktionsintern ein paar Fragen.

  • Wie begeistern wir unsere Zielgruppen?
  • Was erwarten Sie von Ihrer Lokalzeitung?
  • Fällt die Kommunalpolitik im Lokaljournalismus hinten runter?
  • Wie schaffen wir es, Heimat nahezubringen, auch mal mit Seiten, die noch nicht so bekannt sind?
  • Was können wir uns leisten? Sollten sich die Kommunen an den Kosten beteiligten?

Der Lokalmedienmarkt verändert sich dynamisch, und die Lokalblogs – nun als Oberbegriff für lokale Online-Initiativen aller Art – spielen dabei eine neue Rolle.

Eine Schweizer Studie legt etwa nahe, dass weniger Lokaljournalismus zu einer geringeren Wahlbeteiligung führt. Gerade in sogenannten Einzeitungskreisen, in denen eine Lokalzeitung ein Monopol hat, oder dort, wo Lokaljournalisten keine Kapazitäten haben, um das relevante Geschehen ganz zu erfassen, sind Lokalblogangebote wichtig.

Natürlich kann eine freie Presse gut oder schlecht sein, aber ohne Freiheit wird sie ohne jeden Zweifel immer schlecht sein.
Albert Camus, Philosoph

Die Lokalzeitungskrise ist eine demokratische Herausforderung

 

Ich setze mich für Medienvielfalt und Qualitätsjournalismus ein. In meinem Blog dokumentiere ich Erlebnisse, Begegnungen und Beobachtungen aus meinem unmittelbaren Lebensumfeld – persönlich und nah am Geschehen. Mehr unter → Persönliches

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