Konstruktiver Journalismus sucht nach Lösungen

(Foto: NDR)
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Konstruktiver Journalismus ist ein lösungsorientierter Ansatz, der über Probleme hinausblickt, um Hintergründe, Perspektiven und Lösungsansätze aufzuzeigen. Er zielt darauf ab, ein realistischeres Bild der Welt zu vermitteln.

Zentral sind dabei Lösungsorientierung, Perspektivenreichtum und ein konstruktiver Dialog. 

Durch Themenselektion bestimmen Journalisten, was ihr Publikum erfährt und was nicht. „Bad news“ verkaufen sich einfach oft besser als „good news“.

Konstruktiver Journalismus möchte dieser Art der Negativberichterstattung etwas entgegensetzen, zeigen, dass es für viele Probleme auch Lösungen gibt. Es geht nicht darum die Welt schön zu reden, sondern die herkömmliche Berichterstattung, um eine frische Brise zu erweitern, Perspektiven aufzuzeigen.

Der Kern des konstruktiven Journalismus liegt darin, die Gesellschaft darüber zu informieren, welche Lösungen es geben könnte. Pioniere des konstruktiven Journalismus sagen, dass sie als Journalisten einen großen Einfluss auf die Art und Weise haben, wie die Menschen denken, weil sie die Nachrichten konstruieren. Journalisten müssen sich dieser Verantwortung stärker bewusst sein, indem sie bei der Art und Weise, wie sie ihre Geschichten konstruieren, vorsichtiger sind. Sie denken, dass viele Journalisten, die eine sehr zynische Art und Weise der Nachrichtenberichterstattung anwenden, vergessen, dass sie, indem sie alles, was schiefläuft, aus der Distanz berichten, auch die Gesellschaft bewegen.

„Gesellschaftliche Herausforderungen sind nicht unabdingbare Tatsachen, sondern vorrübergehende, änderbare Zustände. Es gibt immer Menschen, die anpacken, etwas verändern wollen: Wenn ein Problem bekannt wird, beginnen sie mit der Suche nach Auswegen, erproben Alternativen. Aus der positiven Psychologie ist bekannt: Wenn Menschen ihre Stärken nutzen, sind sie glücklicher und erfolgreicher und stecken andere mit ihren Ideen an. Diesen Prozess möchte der konstruktive Journalismus begleiten und kritisch beobachten.“ (Steffen Bayer, ZDF)

Konstruktiver Journalismus möchte aufklären, analysieren, informieren und gleichzeitig Geschichten erzählen. Geschichten, die dazu beitragen, die Welt ein wenig lebenswerter und zukunftstauglicher zu machen: Geschichten des Gelingens. Mittlerweile erobert der Begriff Konstruktiver Journalismus langsam die Medien der Welt, findet immer mehr Nischen in der Berichterstattung.

Steffan Bayer: „Vielleicht ist konstruktiver Journalismus einfach nur guter Journalismus, die Besinnung auf alte Tugenden: Fair und umfassend über alle Seiten zu berichten.“

Unterschied zum klassischen Journalismus:
Während traditioneller Journalismus oft Missstände aufdeckt, fragt der konstruktive Journalismus weiter: „Was nun?“. Er versteht sich als Ergänzung zu aktuellen Nachrichten und investigativen Recherchen, indem er Antworten und Best Practices sucht. 

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