(Foto: Knut Kuckel)
(Foto: Knut Kuckel)

Gehen am Berg – Einblicke ins alpine Leben

Gehen am Berg verbindet traditionelle alpine Lebensweisen mit modernen Einblicken in Natur und Kultur. Es ist ein Weg, die Berge durch Wandern, Bergsteigen oder das Leben auf Almhütten intensiv zu erleben.

Dieses Leben ist geprägt von harter Arbeit, Rhythmen der Natur und der Suche nach Freiheit.

Die Ausstellung „Gehen am Berg“ (in Lech am Arlberg) erzählt vom Losgehen, vom Gehen lernen, vom Auf- und Absteigen, vom Verlorengehen, vom Gehen müssen, vom Weggehen und vom Heimkommen. Dabei kann es vorkommen, dass man auf demselben Weg marschiert, flaniert oder seine Lasten trägt.

 „Was mein Vater von der Welt gesehen hat, hat er zu Fuß kennengelernt“ berichtet eine Lecherin von dessen Kriegserlebnissen. Noch immer brechen ständig irgendwo Menschen zu Fuß auf – nur um zu überleben.

"Gehen am Berg" (c) Lechmuseum / Gemeindearchiv)
„Gehen am Berg“ (c) Lechmuseum / Gemeindearchiv)

Auch in Lech war das Gehen am Berg über viele Jahrhunderte hinweg nicht so sehr eine sportliche Betätigung als vielmehr eine zweckmäßige Bewältigung von notwendigen Wegstrecken.

Auf demselben Weg kann es vorkommen, dass der Eine marschiert, während andere flanieren oder Lasten tragen.

Ingeborg Schmid: „In Zusammenarbeit mit der Museumsleitung und dem Museumsteam erarbeitete ich als Gastkuratorin das Ausstellungskonzept. Die in diesem Zusammenhang durchgeführten narrativen Interviews, Objekt- und Textrecherchen etc. mündeten in sichtbare Bereichs- und Objekttexte und verborgene Erzählungen, die sich dem aufmerksamen Publikum manchmal erst auf den zweiten Blick eröffnen.“

Ausstellung "Gehen am Berg" im Lechmuseum (Foto: Knut Kuckel)
Ausstellung „Gehen am Berg“ im Lechmuseum (Foto: Knut Kuckel)

GEHEN am BERG – Eine Ausstellung des Lechmuseum im Huber-Hus, Lech, im Rahmen des Projektes HOCH HINAUS! in Kooperation mit dem Alpinen Museum München und der Freiburger Hütte.

Das Lechmuseum widmet sich kontinuierlich der umliegenden Kulturlandschaft mit ihren materiellen und immateriellen Kulturgütern. Diese gelten als erweitertes Aktionsfeld der Museumsarbeit.

Zentrale Aufgaben sind das Sammeln und Forschen, das Erhalten, Bewerten und Erschließen, Vermitteln und Präsentieren des geistigen und materiellen Kulturgutes.

v.l. Monika Gärtner, Museumsleiterin, Dr.in Ingeborg Schmid-Mummert, Gastkuratorin (Foto: Knut Kuckel)
v.l. Monika Gärtner, Museumsleiterin, Dr.in Ingeborg Schmid-Mummert, Gastkuratorin (Foto: Knut Kuckel)

„Hoch hinaus zu kommen ist ein Bedürfnis, das viele Menschen eint, ein vorrangiges, immer wieder beschriebenes Ziel für Bergsteigerinnen und Bergsteiger. Mit körperlichem und intellektuellem Einsatz und oft unter der Überwindung zahlreicher Hindernisse begeben sie sich auf einen Gipfel oder zu einem anderen definierten Ziel. Belohnt der sie mit einem seit dem Beginn des Bergsteigens oftmals beschriebenen Überblick: Alles um sie herum scheint klein, untergeordnet und unbedeutend geworden zu sein.

Das Gewinnen an Höhe, der zunehmende Abstand zur Ebene, ist jedoch auch deshalb so reizvoll, weil er mit weiteren Distanzgewinnen verbunden ist: dem zu anderen Menschen, zum Alltag mit seinen Werten und Normen, Zwängen und Pflichten, aber auch zu den alltäglichen Bedürfnissen des Ichs, was – passend zum Buchtitel – auch als ‚Über-sich-Hinauswachsen‘ bezeichnet werden kann.“ (Friederike Kaiser in ihrem Vorwort zum Buch „Hoch hinaus!“)

Hoch hinaus! Wege und Hütten in den Alpen, Hg. Alpenvereine in Deutschland, Österreich und Südtirol

Buch:
Hoch hinaus! Wege und Hütten in den Alpen, Hg. Alpenvereine in Deutschland, Österreich und Südtirol, 674 Seiten, Böhlau 2016, EUR 52,- (AV-Mitglieder 34,80)

Kontakt:

Lechmuseum Dorf 26
6764 Lech a. Arlberg
Österreich
Tel.: + 43 (0)5583 2213 240
Mail: museum@gemeinde.lech.at

Weblinks:
Lechmuseum
AlpinGeschichte Ingeborg Schmid-Mummert

Gehen am Berg – Einblicke ins alpine Leben (Fotos: Knut Kuckel)

Ich engagiere mich für Medienvielfalt und Qualität im Journalismus. Als Radiojournalist und Grenzgänger bin ich immer auch gerne Europäer. Mehr unter → Persönliches