re:publica in Berlin: Diskussion um Digitale Souveränität

(Foto: IMAGO / Mauersberger)
(Foto: IMAGO / Mauersberger)

Die Macht liegt in den Händen von wenigen US-Tech-Milliardären. Dabei hat es ursprünglich die Utopie vom Internet als Demokratie-Maschine gegeben. Wie es Europa schaffen kann, sich unabhängiger zu machen, war auch ein großes Thema auf der re:publica in Berlin.

Medienspiegel – Auszüge

»Wir sind in einer Dystopie gelandet«, Haben wir den Kampf um das gute Internet längst verloren? Zum Start der Digitalkonferenz re:publica hat DIE ZEIT drei prominente Netz-Urgesteine in die Redaktion geladen: die Digitalaktivistin Katharina Nocun, den Netzpolitik.org-Gründer Markus Beckedahl und den Interneterklärer Sascha Lobo. Sie sollen gemeinsam über eine Frage sinnieren: Haben wir den Kampf um das gute Internet verloren? Man könnte denken, dass sie sich relativ einig sind. Doch schon mit den ersten Antworten wird klar: Das hier wird keine gemütliche Runde.

Marlene Thaler und Lotte Laloire in taz.deRe:­c­laim statt Re:­pu­bli­ca – Alternative Konferenz für mehr Solidarität in den Medien. Ein Ticket für die Digitalkonferenz Re:­pu­bli­ca kostet 359 Euro. Alternativ fand erstmals die Re:­c­laim statt – kostenlos und von Frauen organisiert. Während im Berliner Gleisdreieckpark die bekannte Medienkonferenz Re:publica“ stattfindet, finden sich wenige Gehminuten entfernt zum ersten Mal rund hundert Menschen zu einer alternativen Veranstaltung zusammen, sie nennt sich „re:claim“. Henrike Müller-Mahn ist eine der fünf Personen, die die Re:­c­laim auf die Beine gestellt haben. Sie alle arbeiten als freie Journalist*innen. „Unser Ziel war es, eine Veranstaltung für Medienschaffende zu planen, die nicht ausgrenzt.“

Der Spiegel schreibt: Die re:publica träumte einst davon, mithilfe des Internets eine bessere Welt zu schaffen. Nun wirkt die Konferenz wie das Symbol für die geistige Erstarrung eines progressiven Milieus. Wie schlecht es um die Online-Diskussionskultur im Speziellen und die Lage der Menschheit im Allgemeinen steht, kann man schon am Montagmorgen ahnen. Donald Trump, die rechten Tech-Bros, der Aufstieg der AfD – die dunklen Geister der Gegenwart schweben wie Dementoren aus einem Harry-Potter-Roman über der Eröffnung der Konferenz re:publica am Berliner Gleisdreieck. 

“Honorare in der Buchbranche: re:publica-Auftritt löst Debatte aus”, titelt NDR kultur. Juliane Bergmann schreibt “Auf dem Podium der diesjährigen Digitalkonferenz re:publica in Berlin passierte Erstaunliches: Es wurde über Geld gesprochen. Zwei Schreibende bekommen offenbar eklatant unterschiedliche Vorschusshonorare von ihren Verlagen. Wie kommt es dazu? Honorare sind in der Buchbranche ansonsten eher etwas, über das geschwiegen und höchstens spekuliert wird. Auf dem Podium der re:publica Anfang der Woche wurden allerdings Geheimnisse gelüftet.”

“re:publica: Große Fragen, kaum Antworten” überschreibt Falk Steiner seinen Beitrag in heise online. An digitalpolitischen Fragestellungen gab es bei der dreitägigen Konferenz re:publica in Berlin keinen Mangel – auch dank der Weltlage. “Unpolitisch war die re:publica also auch fast 20 Jahre nach dem ersten kleinen Blogosphären-Treff keineswegs. Doch trotz des Mottos („Never gonna give you up”) war angesichts der Entwicklungen von Optimismus in diesem Jahr nur wenig zu verspüren. Immerhin: Dass man vom Internet und der Digitalisierung persönlich keine Ahnung habe, damit kokettiert 2026 kein Politiker mehr.”

Video

ZDFheute, Carsten Behrendt, Digitalkonferenz re:publica startet in Berlin → Die re:publica stand unter dem Motto “Never gonna give you up”. Die Themen: Vertrauen in die digitale Zukunft sowie Europas Souveränität und Unabhängigkeit von Big Tech.

Veranstalter

Die re:publica ist eine Konferenz rund um das Web 2.0, speziell Weblogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft. Die re:publica begann 2007 als Treffen von Bloggern und Netzaktivisten. Heute zählt sie zu den wichtigsten europäischen Foren für digitale Gesellschaftsfragen.