Zukunftsfähige Politik gestalten – „Gesucht sind kluge, analytische Denker“
Politik sucht nach neuen Wegen. Analytische Denker sind gefragt. Vielleicht kommen die ja aus Bayern? Foto: Knut Kuckel
Politik sucht nach neuen Wegen. Analytische Denker sind gefragt. Vielleicht kommen die ja aus Bayern? Foto: Knut Kuckel

Zukunftsfähige Politik gestalten – „Gesucht sind kluge, analytische Denker“

Was wäre die beste Politik? Für Deutschland, für Europa? Für alle guten Demokratien? – Fragen solcher Art, sind immer auch Teil der gesellschaftlichen Debatte. Wer den Trend einigermaßen sicher einzuschätzen vermag, wird die Lösungen all dieser offenen Fragen nicht den etablierten Parteien überlassen.

Die Parteienpolitik in Deutschland ist in die Jahre gekommen. Heute will niemand mehr eine Buckler-Karriere über den Orts- und Kreisverband machen, um Politik zu gestalten. So, wie es die SPD in ihrer über 150-jährigen Geschichte traditionell noch immer macht, geht es nicht mehr weiter.

Zurzeit beschäftigt sich die SPD mal wieder mit sich selbst. Nach Andreas Nahles soll die umstrittene Casting-Tour alle Grabenkämpfe und Misserfolge der Vergangenheit vergessen machen.

Die Partei hat seit 1998 rund 13 Millionen Wähler verloren. Nur mit der Ursachenforschung ist kein Vorankommen. Kreativität und Mut ist gefragt. Die Politik der Zukunft wird wohl auch nach dem 26. Oktober nicht von der SPD gemacht.

Aber auch nicht von den Mitbewerbern, einschließlich der Rechts- und Linksausleger.

Wer wagt, könnte gewinnen. Gesucht sind kluge, analytische Denker. Mit Umgangsformen. Unverbraucht, kreativ und charismatisch. Ausgestattet mit der jeweiligen Parteien-Prokura sollten sie sich im Namen einer Partei (oder auch nicht) künftigen Wahlen stellen.

Im Wahlkampf schon sagen, mit wem sie – so sie gewählt würden – regieren möchten. Konkret, welche Politik sie umsetzen möchten. Nicht mit Parteien als Koalitionspartner, sondern mit qualifizierten Politikern aller demokratischen Parteien. Die Parteien gehen dabei nicht erfolglos aus den Rennen. Wer die meisten Regierungsvertreter stellt, darf gelobt werden. Aber vor allem Politik in vorderster Reihe mitgestalten.

Das setzt Verantwortung, Disziplin und Respekt vor dem politisch Andersdenkenden voraus.

Österreich könnte es uns allen vormachen. Wenngleich die erzkonservative Politik des jüngsten Kanzleraspiranten Europas nicht jedem gefallen muss. Sebastian Kurz zeigt, wie er Wahlen gewinnt. Er ist die Stimme seiner Partei, nicht die Wadenbeißer aus den hinteren Reihen.

Der österreichische ÖVP-Chef könnte zur Jahreswende eine Politik einleiten, die Maßstäbe setzt. Könnte. Österreich würde damit europaweit tonangebend. So er sich traut, der Zukunftskanzler unseres Nachbarlandes.

Wer aber soll in der deutschen Alt- und Neuparteienlandschaft den Mut aufbringen, sich selbst zur Disposition zu stellen? Das scheint generell ein Problem zu sein. Wer den Schritt wagt, sollte dies allerdings dann auch konsequent tun.

Die alte Politik tritt vermutlich zur Jahreswende ab, spätestens 2021. Damit könnte der Weg frei sein, für mutige Politikerinnen und Politiker, die ihre inhaltsstarken Reden frei halten können. Ansonsten ausschließlich über die Qualität der Inhalte eine interessierte Gesellschaft erreichen.

Die SPD dürfte in diesem Wettbewerb – so kein Wunder geschieht – auf lange Zeit keine führende Rolle mehr spielen. Falls sie Ende des Jahres aus der GroKo ausscheidet, wird sie sich anstrengen müssen, überhaupt noch eine Oppositionsrolle ausüben zu können.

Schade. Ideen gab und gibt es genug. Aber die Stimme der Berater, hinter den Kulissen hatte offensichtlich Gewicht. Auch in dieser Hinsicht sollten sich potenzielle Politikgestalter trauen, neue Wege zu gehen.

Aufgaben gibt es zur Genüge. Klimawandel, Armutsbekämpfung – eine zukunftsfähige Verkehrs-, Finanz- und Wirtschaftspolitik und nicht zuletzt das Thema „bezahlbare Mieten“ in den Metropolen. Von Europa und der restlichen Welt soll zunächst erst gar keine Rede sein.

Sollte es in den kommenden Jahren jemand schaffen, wieder Mehrheiten für eine zukunftsfähige Politik zu gewinnen, dürfte das auch in globaler Hinsicht wegweisend sein.

Wer also den Mut dazu aufbringt, sieht einer ebenso ereignisreichen wie erfolgreichen Zukunft entgegen. Dafür würden vermutlich viele Unterstützer ihre Daumen drücken.

...danke für's WeitersagenTwitterFacebookPinterestWhatsAppEmail
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