Wir erinnern uns: als Google im März 2013 seinen berühmten RSS-Reader aus dem Netz nahm, schien das Ende der Nachrichten-Feeds eingeläutet. Geschadet hat es ihnen offensichtlich nicht. Denn die RSS-Feeds gibt es noch. Vielleicht blüht ihnen ja bald sogar ein Revival? 

Mal unter uns: Wer will das nicht als Informations-Blog-Herausgeber? „Ständig die neueste Meldung im Angebot? Sekundenaktuell und übersichtlich?“ Das Abonnement eines meist kostenlosen Nachrichten-Feeds machts möglich.

Beispielsweise von SPIEGEL ONLINE. Die Redaktion schreibt: „Mit unserem RSS-Angebot entgeht Ihnen keine wichtige Meldung, selbst wenn Sie keinen Internet-Browser geöffnet haben. Sie können unsere Nachrichten-Feeds kostenlos abonnieren – nach Ihren Themenvorlieben.“ Dazu bietet SPIEGEL ONLINE übersichtlich und allgemein verständlich Hintergrundinformationen an. Was ist RSS? Wie kann man ein RSS-Feed lesen und mehr.

Für die Recherche im Journalismus gehören RSS-Feeds noch immer zum elementaren Handwerkszeug. Allerdings gibt es kaum verwertbare „Feed-Bundles“, die in etwa so funktionieren wie das „TweetDeck“ von Twitter. Das ist – nebenbei formuliert – eine Anregung an die Adresse aller Programmierer (siehe unser → Angebot unten).

Das TweetDeck ist für die aktuelle Recherche unverzichtbar. Mit Einschränkung.

Hohen Unterhaltungswert haben nämlich allenfalls die sehr persönlichen Tweets. Dem Nachrichten-Rechercheur erschweren sie den Überblick.

Keine Frage, es gehört zum freundlichen Start in den Redaktionsalltag, dass Fotos des Früh-Redakteurs, der kurz vor 5 Uhr, aller Welt Lust auf einen dampfenden Kaffee machen möchte. Selbstverständlich mit dem Logo seiner Redaktion. Besonders geschätzt sind verwackelte Bilder von Sonnenaufgängen über den Dächern des Ruhrgebiets oder das Selfie der Journalistin, die noch vor Sonnenaufgang, im ICE (auf ihrem Weg zum ersten Termin), ihr Notebook hochgefahren hat. Wir alle lieben solche Bilder, weil sie nicht nur für gute Laune sorgen, sondern uns dazu noch das Gefühl von „Community“ vermitteln.

RSS-Feeds sind frei von vergleichbaren künstleríschen Leistungen und bringen die Dinge meist in aller Sachlichkeit auf den Punkt. Nachrichten in Echtzeit. Der persönliche Pressespiegel ist kostenfrei und kann individuell eingestellt werden. Durch Stichwörter oder Kategorien. Man kann sich bei auch seine eigenen Blogs bauen. Wer den Aufwand scheut, bedient sich dafür geeigneter, kostenloser Plattformen wie blogger.com und anderen.

Mit dem Inhalts-Kurator Paper.li (in der Light-Version kostenlos) kann man sich seine eigene Internetzeitung bauen.  Das macht die Kollegin Vera Bunse in ebenso beeindruckender wie regelmäßiger Weise mit „Journogedöns„. Die Plattform Torial wurde speziell für Journalisten entwickelt, wird aber auch von anderen Medienleute gerne genutzt.

Unsere Redaktion hat den RSS-Feed für MediaNews.Blog wieder entdeckt. Mit dem „RSS-News-Portal“ lassen wir den RSS-Service sozusagen wieder auferstehen. Die Feed-Quellen sind überwiegend handverlesene Adressen populärer, deutschsprachiger Medien.

Darunter die Süddeutsche, Spiegel Online, Die Zeit, FAZ, NZZ, der Standard aus Österreich, die Welt und klassische Medienjournale wie MEEDIA oder das DWDL-Medienmagazin. Unverzichtbar der Sevice des NDR-Medienmagazins „ZAPP“ oder das B5-Medienmagazin des Bayerischen Rundfunks. Das werbefreie „RSS-News-Portal“ bedient sich zurzeit bei über 40 Medien.

Mit Blick auf unsere inhaltliche Ausrichtung sind in erster Linie RSS-Feeds der Rubriken Medien, Journalismus, Kultur und Gesellschaft gefragt. Ebenso die nachrichtenrelevanten Inhalte medienjournalistischer Blogs. 

Dabei lässt sich feststellen: Es gibt RSS-freundliche Medien und das Gegenteil. Die meisten, der von uns zitierten RSS-Feeds entsprechen weitgehend dem Qualitätsformat „RSS-freundlich“. 

Unvergessen bleiben die urheberrechtlich-motivierten Auseinandersetzungen bedeutender Zeitungsverleger mit Google und anderen Suchmaschinen. Anlass zum Streit waren aber auch die Premium-Plugins auf dem schrumpfenden Markt der RSS-Aggregatoren. Noch heute gibt es – meist nur schlecht funktionierende News-Aggregatoren. Viele von ihnen bieten RSS-Feed-Plugins für kommerzielle Blogs mit kuratierten Inhalten an. Also für Blogs, die keine eigenen Inhalte produzieren und ein wenig Gewinn aus Werbung abschöpfen möchten.

Das war und ist unseriös. Direkter formuliert: Solches Vorgehen ist aus strafrechtlicher Sicht Diebstahl. Gestohlen werden nämlich urheberrechtlich geschützte Inhalte bzw. Produktionen. Das hat mit „Journalismus“ nichts zu tun.

Die Massenmedien verweisen deshalb mehrheitlich darauf, dass ihre RSS-Feed-Angebote nur unter  Berücksichtigung ihrer urheberrechtlichen Auflagen verwendet werden dürfen. Das Umfeld sollte keinen wirtschaftlichen Zielen dienen, also in jeder Hinsicht werbefrei sein. Wer unsicher ist, sollte sich vorab bei den entsprechenden Medien über die Möglichkeiten einer Verwendung informieren. Meistens sind dafür die Presse- und Öffentlichkeits-Abteilungen zuständig.

Jeder, der RSS-Feeds in seinen Blogs verwendet, ist verpflichtet, sich über die Auflagen der Anbieter zu informieren. Stellvertretend für viele Medien, die in diesem Sinne vorbildlich informieren, ist das Angebot auf der Seite „RSS-Feeds von tagesschau.de„. Die öffentlich-rechtliche tagesschau.de lädt dazu freundlich ein.

Wir zitieren: „Welcher Feed kann was? Sie möchten die wichtigsten und neuesten Nachrichten kurz und bündig? Sie möchten auf Ihrem Computer oder Smartphone aktuelle Nachrichten in Textform, die schnell geladen sind? Oder lieber doch mit Bildern? Dann sollten Sie einen Blick auf unsere RSS-Feeds werfen.“ Wer Nachrichten von tagesschau.de verlinken möchte, klickt auf [mehr] und erfährt, wie man die kostenlosen Nachrichten-Feeds der tagesschau für seine Homepage nutzen darf.

Da ist unmissverständlich zu lesen: „Die Nutzung dieser Inhalte ist ausschließlich nicht-kommerziellen Internet-Angeboten erlaubt, die Nutzung kann jederzeit von tagesschau.de untersagt werden, die Weitergabe der Daten an Dritte ist nicht erlaubt.“

Aus Sicht der Medien, die sich für eine rechtlich-unbedenkliche Nutzung ihrer RSS-Feeds engagieren, ist das von großem Vorteil. Sie erhöhen die Reichweite ihrer Inhaltsangebote, erreichen mehr Besucherinnen und Besucher und sind somit auch durchaus wirtschaftlich. Das Veröffentlichen sogenannter kuratierter Inhalte über geeigneten Portalen ist somit für alle Beteiligten von Nutzen.

Der Herausgeber einer nichtkommerziellen Homepage erhöht die Attraktivität seines Angebots und die Rechteinhaber erzielen ein deutliches Mehr an „Visits“. Das ist die Werte-Einheit der Online-Medien. Bei Print-Medien spricht man im Vergleich von verkaufter oder gelesener „Auflage“, bei Radio und Fernsehen von „Quoten“.

In diesem Zusammenhang lässt sich unschwer beobachten, dass immer mehr medienjournalistische Anbieter ihre multimedialen Inhalte zum Einbinden für nichtkommerzielle Web-Projekte freigeben. Die rechtlichen Bedingungen und Verfahrensweisen sind mit den bereits zitierten Beispielen vergleichbar. 

MediaNews.Blog profitiert auch von solchen Angeboten. Was beispielsweise die Weitergabe von YouTube-Inhalten angeht, sagt der Gesetzgeber – vereinfacht wiedergegeben –  wichtig sei, dass das jeweilige Video/Audio zum Teilen vom Rechteinhaber frei gegeben wurde. Detailfragen sind – mit eine wenig Glück – den Anbieter-Portalen zu entnehmen.

Wir wiederholen in diesem Zusammenhang unsere Empfehlung: „Im Zweifel bei den Medieninhabern nachfragen.“ 

Aus: MediaNews.Blog, Journalistische Praxis, Blüht den „RSS-Feeds“ ein Revival?, 09.05.2017

Angebot:

MediaNews.Blog sucht eine Plugin-Programmiererin/einen -Programmierer, der für unser WordPress-Informationsportal einen „handgestrickten“ RSS-News-Feed-Aggregator produziert. Wir freuen uns über Ihre Vorschläge via eMail: redaktion@medianewsblog.de.