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Debattenkultur – „Logik für Demokraten“ von Daniel-Pascal Zorn

Oder: was würde man sagen, wenn man plötzlich einem Donald Trump, Frauke Petry oder Norbert Hofer gegenüber stände?“ Für diese Situation und ähnliche ist bei Klett-Cotta die Anleitung „Logik für Demokraten“ erschienen. Geschrieben hat das Buch Daniel-Pascal Zorn, der in seinen Kolumnen beweist, das er philosophisches Denken in den Alltag übersetzen kann. 

Zorn wirbt in seinem Buch dafür, dass Argument des Anderen ernst zu nehmen und den Diskussionsrahmen zu erweitern.

„Einen populistischen Strategen entwaffnet man, indem man seine Strategie für alle sichtbar offenlegt“, behauptet Zorn. Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat Harald Staun sein Buch gelesen. Er schreibt: „Gegen all jene, denen man den Populisten schon von weitem ansieht, ist diese Waffe stumpf, weil diese selbst eine solche Offenlegung als Intrige gegen sich zu inszenieren wissen. Aber vielleicht ist das der größte aller logischen Fehler: dass man immer schon vorher weiß, dass es sich bei den Populisten nur um die anderen handelt.“

Überzeugungen müssen mit Argumenten verteidigt werden. „Einen populistischen Strategen entwaffnet man, indem man seine Strategie für alle sichtbar offenlegt“, behauptet Zorn.

„Die deutsche Diskussionskultur ist in der Krise“, schreibt Zorn in der Einleitung seines Buches. Sie werde immer mehr von Redeweisen bestimmt, die jede vernünftige Zurückhaltung vermissen lassen.

„Jeden Tag versammeln sich in sozialen Netzwerken, Blogs und Kommentarspalten von Onlinemedien Hunderte von Menschen, die bestimmte Diskussionen mit Hass, Hetze und Häme vergiften. Sie rufen »Wir sind das Volk!« und fühlen sich bedroht.“

Weitere Pressestimmen:

„Ein Buch wie ein Werkzeugkasten. Zorn nimmt die alten Regeln der Logik, legt sie den Facebook-Freunden und -Feinden hin und sagt: Macht was draus.“ Tobias Rapp, Literatur Spiegel, April 2017.

„Zorns rigoroses Denken rüstet Demokraten zwar für die Diskussion, vermutlich aber wird dies der Gegenseite kaum schaden. Der AfD und ihrem Spitzenpersonal ist das philologisch geschulte Argumentieren nicht egal.“ Hans Hütt, Freitag, 24.03.2017.

„Zorn zeigt die Grenzen demokratischer Diskussionen auf. Wenn das Gegenüber auf Gewalt zurückgreift, ist jede Diskussion zu Ende. Das hat schon Sokrates erfahren müssen, als man ihn zwang, den Giftbecher zu trinken. Und die Logik verhindert auch heute nicht, dass Populisten sich der Demokratie bedienen, um sie aufzulösen. Mit den Prinzipien der Logik ist eben weder der Demokratie, noch dem Populismus beizukommen.“ Jörg Himmelreich, Deutschlandradio Kultur, 11.03.2017.

Die Debattenkultur in Deutschland ist aber noch nicht kaputt, sagt Daniel-Pascal Zorn in einem Gespräch mit Sebastian Gierke für die Süddeutsche Zeitung, „aber sie verändert sich zum Schlechteren. Wir können das ja überall beobachten, auf der Straße, in den sozialen Medien, an der Universität. Die Bereitschaft, andere Sichtweisen zu akzeptieren, nimmt ab.“

Zorn ermuntert uns, Demokratie immer wieder zu üben. Dabei richtet er unsere Aufmerksamkeit auf den demokratischen Diskurs als Grundlage politische Auseinandersetzung. Wird er monopolisiert, beansprucht eine politische Fraktion die Wahrheit für sich, in dem sie falsche Behauptungen aufstellt oder die Wirklichkeit verzerrt darstellt, sind alle Bürger aufgefordert, am politischen Diskurs teilzunehmen: „Demokratie verpflichtet. Uns alle. Offen sein, zuhören, argumentieren!“ steht auf dem Klappentext von Zorns Buch, schreibt Heiner Wittmann im Verlagsblog von Klett-Cotta.

Mit seiner Anleitung „Logik für Demokraten“ wendet sich Daniel, die mit der Demokratie nicht so viel anfangen können“ und an diejenigen, „die ratlos sind, wie sie mit Populisten umgehen sollen.“

Also an alle? Daniel-Pascal Zorn: „Mit einer Einschränkung: Wer mein Buch liest, sollte sie nicht davon ausgehen, dass seine Weltanschauung der Maßstab von allem anderen ist.“ Denn dann werde man daraus nicht viel gewinnen können.

„Demokratisches Handeln und Denken hat nur Bedeutung, wenn es immer wieder eingeübt wird“, so der Autor.

"Logik für Demokraten" von Daniel-Pascal Zorn, Foto: #journalistblog/Knut Kuckel
Zorn, „Logik für Demokraten“, Foto: Knut Kuckel

Zorns Buch „Logik für Demokraten“ führt den Leser in die argumentativen Auseinandersetzungen, vor die sich ein Demokrat immer wieder gestellt sieht. In klugen Analysen populistischer Argumentation und totalitärer Denkweisen bekommen Leser Instrumente an die Hand, die Demokratie wirkungsvoll gegen ihre Feinde zu verteidigen. Dabei vergisst Zorn nicht, diejenigen zum Gespräch einzuladen, die mit dem Konzept der Demokratie noch nichts oder nichts mehr anfangen können.

Der Autor:
Daniel-Pascal Zorn, geboren 1981, studierte Philosophie, Geschichte und Komparatistik. 2015 promovierte er mit einer Komparatistik philosophischer Ansätze, die den Preis der Universität Eichstätt erhielt. → Daniel-Pascal Zorn/Facebook

Daniel-Pascal Zorn, Logik für Demokraten, Eine Anleitung. 1. Aufl. 2017, 314 Seiten, gebunden ISBN: 978-3-608-96096-9, Klett-Cotta.

Erstveröffentlichung der Buchbesprechung: → MediaNews.Blog

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Knut Kuckel

Journalist / Publizist. Herausgeber von:MediaNews.Blog" – MediaNews.Blog informiert über die Themenbereiche Medien, Journalismus und Kommunikation. → OnMyWay.Photos" - Foto-Blog. Mit Bildern und Kurzgeschichten von unterwegs. → Knut Kuckel - Persönliches Webportal → Alle meine meine Beiträge in Mieming.online findest Du, wenn Du auf [weiter] klickst.

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